Drucken

kids-im-web


Die digitale Welt erschließt sich Kindern schneller, als vielen Eltern. Die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten des Internets, der Smartphones und der sozialen Netzwerke sind spannend und riskant zugleich. Nur Eltern, die mit der Entwicklung mithalten und sich den technischen Herausforderungen stellen, werden ihre Kinder sicher ins World Wide Web begleiten.

Die folgende Sammlung von Hinweisen und Links soll Ihnen helfen, den Umgang mit digitalen Medien sicherer zu machen und die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es um die Nutzung von Computern und Telefonen geht.

Unsere Sammlung ist weder vollständig, noch bietet sie die Gewähr für die Richtigkeit der dortigen Inhalte. Gerne nehmen wir auch Ihre Hinweise und Tipps mit auf. Wenn Sie Fragen haben wenden Sie sich bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - ............... oder fragen Sie einfach Ihre Kinder :)

 

 


Das Netz vergisst nichts !!
Alle Daten, insbes. Bilder, die jemals – auch in sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, WhatsApp) versandt oder hochgeladen wurden, sind ewig verfügbar. Selbst wenn Sie die Daten gelöscht haben, sind sie ohne Probleme für Interessierte über Chroniken der Suchmaschinen oder sog. WayBack-Portale noch auffindbar. Im Klartext: Der Arbeitgeber, bei dem Ihr Euch 2021 für den Traumjob bewerben werdet, wird Euer Foto vom Oktoberfest 2009 finden. Der Unsinn, den Ihr 2011 in Facebook gepostet habt, lässt auch 2021 noch Rückschlüsse auf Eure Persönlichkeit zu.

Das Netz speichert alles !!
Alle Daten, die sie (z.B. bei einer Suche über Google; bei einer Bestellung bei Amazon) online eingeben, werden irgendwo gespeichert. Die IP-Adresse ihres Internetanschlusses, die Maschinendaten Ihres Rechners, Tablets, Smartphones (MAC-Adresse, IMEI-Nr., Nutzernamen, Betriebssystem etc.). Die von Ihnen besuchten Internetseiten, Suchwörter bis hin zum Nutzerverhalten, d.h. kompletten Bewegungsprofilen, online eingegebene E-Mail-Adressen, Kreditkartendaten, Passwörter. Selbst wir wissen, welches Betriebssystem Du benutzt und ob Dein Browser aktuell ist (siehe Kasten recht "IHRE Daten).

Dein Handy weiß wo Du bist, wer Du bist, wen Du kennst und was Du gerade machst !!
Smartphones übertragen mehr Daten, als man glaubt. Insbesondere greifen zahlreiche Apps auf Informationen zu, die zur Nutzung nicht benötigt werden. Im Klartext: Kontakte, Kalender, Fotos, Ortungsdienste, Chats - Pass auf, dass Dein Handy nicht mehr über Dich preis gibt, als Du möchtest.

Links Grundlagenwissen: klicksafe.de,


Nutzen Sie Ihren Computer im Internet nur mit eingeschränkten User-Rechten. Legen Sie hierzu immer mindestens zwei Benutzer auf dem Rechner an. Nur der „Administrator“-User verfügt über alle Rechte. Dieser Account dient nur zur Administration des Rechners, z.B. bei Installation neuer Software etc. Der andere User oder Hauptbenutzer (Microsoft) ist Ihr Benutzer-Account für die Erledigung aller Arbeiten – und zur Nutzung des Internets. Für Kinder empfiehlt es sich, einen weiteren Benutzer anzulegen, und dessen Rechte ggf. weiter einzuschränken. Wenn Ihre Kinder eigenen Maschinen haben, verfahren Sie ebenso.

Dieses Vorgehen mag zwar aufwendig erscheinen, hat aber seinen Sinn, denn

 

Speichern Sie niemals Passwörter auf Ihrem Rechner. Schalten Sie in Browsern (Firefox, Internet-Explorer, Safari) die automatische Passwort-Speicherung aus. Wenn Sie dennoch eine Passwort-Datei auf dem Rechner ablegen möchten, um sich nicht alle Passwörter zu merken, legen Sie diese verschlüsselt – z.B. in einem TrueCrypt-Container – ab. Wir empfehlen diese Software auch für die Nutzung von USB-Sticks und Dropbox-Accounts.

Verwenden Sie ausnahmslos (!) beim Surfen im Internet (1) eine aktuelle Firewall und (2) ein aktuelles Virenschutzprogramm. Bei Windows-Betriebssystemen ist die Firewall vorinstalliert (und sollte immer eingeschaltet sein). Als Virenschutzprogramm empfiehlt der Elternbeirat derzeit die Scanner von AVAST (kostenlos) und Kaspersky, da diese den Datentransfer in Echtzeit überwachen. Alle Virenscanner im Vergleich finden Sie HIER.

Berücksichtigen Sie die Tipps unter „Internet-Browser sicher konfigurieren“


Auf mobilen Geräten lassen sich in der Regel weniger individuelle Sicherheitseinstellungen vornehmen. Umso wichtiger ist es dehalb, das Mindestmaß des Möglichen zu beachten. Unsere Tipps sind für das iPhone und iPad erläutert, funktionieren aber bei anderen Geräten sinngemäß. 

Tipps zur Sicheren Einrichtung von Smartphones mit Android-Betriebssystemen finden sie HIER.


Alle Internet-Browser sind in ihren Grundeinstellungen auf den Komfort des Nutzers ausgelegt. Oft sind nötige Sicherheitseinstellungen nicht aktiviert oder müssen mit sog. AddOns nachgeladen werden. Die folgenden Tipps sind für Mozilla-Firefox beschrieben, funktionieren aber bei anderen Browsern sinngemäß.


Mit E-Mail Anhängen oder “Attachments” lassen sich einfach und schnell Dateien, Dokumente oder Fotos zum Empfänger übermitteln. Doch es lassen sich nicht nur harmlose Dateien sondern auch Programme verschicken, welche dann auf dem Rechner des Empfängers ausgeführt werden. Dies machen sich kriminelle Versender zu nutzen und verschicken massenhaft E-Mails mit so genannter “Malware”, d.h. gefährlichen Anhängen. Einmal ausgeführt richten diese Programme massiven Schaden auf dem Rechner des Empfängers an und/oder missbrauchen später diese Rechner zu kriminellen Zwecken. Oftmals merken die Betroffenen gar nichts, während im Hintergrund von Ihrem Rechner Spam-Mails verschickt werden oder “Keylogger” alle Tastatureingaben protokollieren, um so Zugangsdaten des Nutzers zu erschleichen.

Die Vorgehensweise ist immer gleich: Der Empfänger erhält eine E-Mail mit provokanten oder verlockenden Inhalt, deren einziges Ziel darin liegt, ihn zum Öffnen des Anhangs zu bewegen. Es werden überhöhte oder ungerechtfertigte Rechnungen angekündigt, eine Stellungnahme zu polizeilichen Ermittlungen verlangt oder vielleicht ein pikantes Bild eines Prominenten versprochen.

Wie kann ich mich schützen?

(Quelle: http://www.freenet.de)

 

Weitere Informationen: BSI Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik


FreeWiFi“ findet sich in Gaststätten, Bahnhöfen, Flughäfen usw. Durch den unkontrollierbaren Zugang der Nutzer kann jeder, der Interesse an den übertragenen Daten anderer Nutzer hat mit sog. Netzwerk-Scannern bzw. WLAN-Sniffern den kompletten Datenverkehr auslesen und speichern. Network-Scanner und WLAN-Sniffer sind kostenlos im Internet verfügbar, sogar als Apps für nahezu jedes Smartphone. Fazit: Sie wissen nie, wer mitliest !!

Übertragen Sie niemals Daten, die die Nutzung von User-Accounts oder Passwörtern erfordern. Geben Sie keinesfalls solche Daten (Usernamen, Passwörter, PINs, TANs) von Hand ein. Selbst wenn solche Daten nicht gesondert eingeben werden müssen, weil sie bereits auf Ihrem Gerät gespeichert wurden, sind diese dann nicht sicher, wenn sie nicht verschlüsselt übertragen werden. Diverse Apps von Sozialen Netzwerken übertragen Daten im Klartext bzw. weisen eine unzureichende Verschlüsselung auf. Sicherheit des Datenverkehrs beim E-Mail- Versand bieten auerdem Verschlüsselungs-Programme wie Pretty Good Privacy (PGP) oder GnuPG.

Tipp des Elternbeirats:
Wenn Sie freie WLANs nutzen sollten Daten immer mit einer SSL-Verschlüsselung übertragen werden. Für Mozilla Firefox finden Sie das entsprechende AddOn HTTPS-Everywhere HIER. Wesentlich sicherer sind sog. VPN-Clients, die den gesamten Datenverkehr des Geräts (z.B. beim Internet-Banking) verschlüsseln und damit auch abhörsicher machen. Eine Liste der VPN-Anbieter finden Sie HIER. Der Elternbeirat empfiehlt als preisgünstige bzw. sogar kostenlose Lösung HIDE.me. HIDE.me zeichnet sich dadurch aus, dass auf den Servern des Dienstes keine Daten gespeichert werden und der Dienst auf allen Geräten und Betriebssystemen genutzt werden kann. Perfekte Anleitungen stehen in Deutsch zur Verfügung. hide.me


An Facebook, Twitter, Skype, WhatsApp usw. führt kein Weg vorbei, spätestens, wenn die Kommunikation aller anderen Klassenkameraden hierüber läuft und Ihr Kind - berechtigt - die Frage stellt, warum nicht auch ich. Grundsätzlich sollten folgende Punkte beachtet werden, um sich vor Cybermobbing, Phishing etc. zu schützen.

 

 6 wichtige Regeln (Quelle: Bravo)

 

Weitere Tipps zur sicheren Einrichtung finden Sie hier:

 

Grundlegende Tipps: klicksafe.de, BSI Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Tipp des Elternbeirats:


Jede Kinderschutz-Software ist nur so gut, wie der Administrator, der sie einrichtet. Kinder, die in die Grenzbereiche des Internets vordringen, sind oft auch ihren Eltern technisch überlegen und in der Lage solche Schutzmechanismen zu umgehen. Beschränkungen dieser Art spornen geradezu an, sie zu überwinden.

Wir halten deshalb Kinderschutzprogramme nicht für das Mittel der Wahl, um Schutz vor Gefahren des Internets zu gewährleisten. Deshalb geben wir hier auch keine Empfehlungen für solche Software ab.

Viel wichtiger ist, dass sich Eltern mit der Technik befassen, sich zusammen mit den Kindern im Internet bewegen und auf die Gefahren hinweisen. Gegenseitiges Vertrauen ist hier besser als Kontrolle. 


Unter Cyber Mobbing versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel. Dies geschieht insbesondere in Sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter, WhatsApp, teils unter Verwendung unrechtmäßig erlangter Bilder und gefälschter Nutzer-Accounts.

Schutzmöglichkeiten:
Geben Sie möglichst wenig Daten von sich im Internet preis, d.h. geben Sie in Profilen von Sozialen Netzwerken niemals die vollständige Adresse oder Ihre Privatnummer/Handynummer an. Stellen Sie möglichst wenige Bilder und Videos von sich selbst ins eigene Profil ein. Beachten Sie beim Anlegen Ihres Profils die Sicherheitseinstellungen für den privaten Bereich. Geben Sie diesen Privatbereich nicht für jedermann frei. Prüfen Sie jede Freundschaftsanfrage. Grundsätzlich sollten Sie nur Ihrem engsten Freundeskreis (also Personen, die Sie auch aus dem realen Leben gut kennen) diesen Bereich zugänglich machen.
Weitere Informationen unter der Rubrik "Soziale Netzwerke & Instant Messenger".

Wenn‘s passiert ist?
Beleidigende oder sogar bedrohliche E-Mails dürfen nicht toleriert werden. Kinder und Jugendliche sollten nicht direkt auf solche Mails oder SMS antworten, sondern Eltern und andere Vertrauenspersonen einbeziehen. Vertrauen Sie sich Freunden oder Eltern an. Bei Schülern sollte auch die Schule informiert werden. Bewahren Sie Beweismaterial auf: Speichern Sie die verbreiteten Bilder und beleidigende Mails und SMS. Wenden Sie sich in schwerwiegenden Fällen sofort an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Polizeipräsidium München, Kommissariat 105, Ettstraße 2, 80333 München, Tel.: 089 - 2910 - 3434

Hotline: 0800-1110333 (für Jugendliche) oder 0800-1110550 (für Eltern)


Die folgenden Links bieten weiterführende Hinweise und Tipps zur Sicherheit im Netz:


Die folgenden Links leiten Sie zu Seiten, die diese Begriffe erklären und sich mit den hiermit verbundenen Gefahren befassen.

Zugriffe: 13149